24.04.2023

Hans Braun blieb 49 Jahre

Außergewöhnliche Treue zum Unternehmen

Wie Hans Braun als junger Mann zur MAPAL Tochter BECK kam und warum er nie woanders arbeiten wollte.

Es ist ein Freitag Ende März. Hans Braun steht ein letztes Mal in seinem Büro bei BECK in Winterlingen. Der Leiter der Abteilung „Nachschliffe und Reparaturen“ räumt noch einige persönliche Dinge zusammen, spaziert eine Runde durch die Firma, sagt Kolleginnen und Kollegen Adieu. Am Nachmittag steht ein Empfang bei der Geschäftsleitung von BECK an. „Es war ein schöner Tag“, wird Hans Braun später sagen. Für Wehmut sei ihm kaum Zeit geblieben: „Es war so viel los, ich kam überhaupt nicht zum Nachdenken“. Und er war ja auch vorbereitet, der Abschied lange geplant.
Der 64-Jährige geht nach 49 Jahren in den Ruhestand. Zeitgleich mit seiner Frau. Die beiden freuen sich auf den neuen Lebensabschnitt. Und haben sich viel vorgenommen. Das Eigenheim wollen sie verschönern, im Garten gibt es einiges zu tun. Und ein Urlaub an der Nordsee ist auch schon gebucht. Hans Braun ist nicht bange vor der Rente. Zumal er sein Team in guten Händen weiß. Seinen Nachfolger konnte er gründlich einarbeiten und Hans ist sich sicher: „Der schafft das.“ 
 

Er fing als Jungarbeiter an

Hans Braun war 16 Jahre alt, als er bei BECK in die Lehre ging. Die Ausbildung zum Industriemechaniker, damals hieß der Beruf noch Schlosser, fiel ihm leicht. Die Firma war ihm schon gut vertraut. Ein Jahr zuvor hatte er als Jungarbeiter angefangen, was damals nicht unüblich war. Freie Ausbildungsplätze waren in den 1970er-Jahren ein rares Gut. Sein Vater hatte die Anstellung für ihn eingefädelt. Er war im Wirtshaus gewesen und dort dem damaligen Geschäftsführer von BECK begegnet. Man kam ins Gespräch, die Sache nahm ihren Lauf. Gleich am nächsten Morgen schickte der Senior den Sohn in die Firma. „Ich habe sofort unterschrieben“, erzählt Hans und lacht, weil er die Sache so blauäugig angegangen war: „Ich hatte nicht die geringste Vorstellung davon, was auf mich zukommt.“ Hart und lehrreich sei dieses Jahr als Jungarbeiter für ihn gewesen, aber er sei auch innerlich gereift. Zuerst wurde er in der Versandabteilung eingesetzt. „Dort habe ich den ganzen Tag Reibahlen eingepackt.“ Später wurde er Springer in der Fräserei, legte Werkzeuge in die Maschinen ein, erhielt bald auch anspruchsvollere Aufgaben. 

„Du wirst sehen, du wirst mal Meister“

In der Fräserei blieb er auch nach der Ausbildung hängen. Ein älterer Mitarbeiter sprach den jungen Kollegen an: „Du wirst sehen, du wirst mal Meister.“ Hans war verdutzt und wurde erst mal Soldat. Zwei Jahre leistete er Wehrdienst, auch das sei eine prägende Erfahrung gewesen. Zurück bei BECK erwarteten ihn die ersten modernen CNC-Maschinen. BECK, Spezialist für Reibahlen und Senker, begann auch Feinbohrwerkzeuge zu fertigen. Hans lernte Neues, fand es spannend und interessant. Bald wurde er zum Stellvertreter des Meisters ernannt, obwohl er die Meisterschule noch vor sich hatte. Damit fing er dann direkt an, neben der Arbeit. Fünf Jahre später übernahm er die Meisterstelle von seinem damaligen Chef, als der in Rente ging. Nun trug Hans die Verantwortung für die Fräserei und ihre rund 25 Mitarbeiter.
Die Geschäfte bei BECK liefen in diesen Jahren aber nicht immer so gut wie erhofft. Es gab ein stetes Auf und Ab. Mal standen Überstunden an, dann wieder Kurzarbeit — Hans ließ sich jedoch nicht beirren. Er glaubte fest an BECK und stand treu zum Unternehmen. 
 

Hans engagiert sich als Betriebsrat in schweren Zeiten

2002 kandidierte er erstmals für den Betriebsrat, „weil mich diese Themen interessiert haben und weil ich mich engagieren wollte.“ Gewählt und kaum im Amt, musste er sich in schweren Zeiten bewähren. Ein weltweiter Konjunktureinbruch brachte BECK in eine bedrohliche Lage. Wochenlang war er, der Betriebsratsneuling, damals in Verhandlungen eingebunden, mit der Geschäftsleitung, dem Arbeitgeberverband, der Gewerkschaft. Hans hatte ein mulmiges Gefühl, aber er gab die Hoffnung nicht auf. Zwei Jahre später hieß BECK immer noch BECK und war nun Teil der MAPAL Gruppe. „Seit dieser Zeit laufen die Geschäfte bei uns stabil,“ sagt Hans und es freut ihn. 

“The best workplace in the world”

It wasn’t long before Hans Braun’s life changed again. In 2006, he became Chairman of the Works Council, a position he would hold for ten years. Two years later, management entrusted him with the regrinding service and complaints processing. He was tasked with developing an organisational structure for this department. Hans’ work changed completely. “Now, I was dealing with sales issues and had to learn lots of things all over again.” Left to his own devices, he established the production process for regrinding orders. This soon resulted in a separate regrinding department. Hans came to grips with commercial processes and now spent a lot of time at his computer but remained close to production. “It was the best workplace in the world for me,” the 64-year-old says. He now also came into contact with customers and worked together with colleagues from around the world. He had learnt English at school, a long time ago, but “it worked.” He’s grateful for the numerous opportunities that BECK gave him, the new retiree reflects with satisfaction. “I took advantage of these opportunities and was able to keep evolving.” When Hans Braun says today: “BECK was my life.” Who would disagree?

Kathrin Rehor, PR Project Manager at MAPAL

Contact

Kathrin Rehor Public Relations Kathrin.Rehor@mapal.com Phone: +49 7361 585 3342


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